Meerrettich - manche mögen ihn, manche meiden ihn

Meerrettich - manche mögen ihn, manche meiden ihn. Der beißende Geschmack von Meerrettich oder Wasabi ist weltweit bekannt. Verantwortlich dafür sind bestimmte Öle und andere pflanzliche Wirkstoffe, die sich im Mund und Rachenraum ausbreiten und uns ganz leicht “zu Kopf“ steigen können.

Meerrettich wurde schon im Mittelalter gegen manche Krankheiten traditionell verwendet. Die hohen Mengen an natürlichem Vitamin C schützten damals vor Skorbut, heutzutage nachgewiesene antibiotische Wirkungen fanden früher bei Verdauungsbeschwerden und beispielsweise Mittelohrentzündungen ihre Verwendung(1). Inzwischen gibt es Studien, bei denen Bestandteile des Meerrettichs hilfreich unter anderem bei Harnwegsinfektionen angewendet wurden(2). Giftstoffe von Bakterien – solange außerhalb unserer Zellen – konnten an die Inhaltsstoffe des Meerrettichs gebunden werden(3), während weiterhin zellschützende Eigenschaften beschrieben wurden(4). So falsch lagen wohl die Menschen im Mittelalter nicht mit ihrer doch recht “intuitiven“ Medizin. Bakterien können für eine große Liste an Beschwerden in unserem Körper sorgen, die weit schlimmer sind als lediglich ein grummelnder Magen.

Bakterien sind überall an und in unserem Körper zu finden. Unsere Haut und unser Darm sind gute und bekannte Beispiele dafür. Abermillionen Mikroben leben - nach aktuellem Wissensstand – mit uns in einer Art Synergie. Noch wissen wir erstaunlich wenig über das sogenannte Mikrobiom des Menschen. Eine Sache ist jedoch klar: Dringen Bakterien unkontrolliert in Bereiche des Körpers vor, in denen sie nichts zu suchen haben, folgen Entzündungen und ein Kampf unserer Abwehrkräfte gegen die Eindringlinge. Giftstoffe und Schäden, die durch einen solchen Krisenherd entstehen, können uns sogar chronisch belasten und für Krankheit sorgen(5). Jede Hilfe, die wir uns geben können, kann hier unterstützend wirken.

Vielleicht hilft es ja, öfter mal Meerrettich zu essen. Wie bei allen Nahrungsmitteln gilt aber, dass Qualität und Frische eine wichtige Rolle spielen. Stellt sich die Frage, wie sehr ein Meerrettich aus dem Supermarkt noch Wirkung zeigt oder was man sonst unternehmen kann, um Inhaltsstoffe wirksam zu halten. Wenn einem jedoch das nächste Mal der Rachen- und Nasenraum brennt, kann man wenigstens wissend lächeln. Nur bitte nicht übertreiben – in großen Mengen wurde Meerrettich früher auch verwendet, um bei Vergiftungen ein Erbrechen zu erzwingen. Bleiben Sie gesund!

 

Quellenangaben:

1 Herz C, Tran HT, Márton MR, et al. Evaluation of an Aqueous Extract from Horseradish Root (Radix) against Lipopolysaccharide-Induced Cellular Inflammation Reaction. Evid Based Complement Alternat Med. 2017;2017:1950692.

2 Goos KH, Albrecht U, Schneider B. [Efficacy and safety profile of a herbal drug containing nasturtium herb and horseradish root in acute sinusitis, acute bronchitis and acute urinary tract infection in comparison with other treatments in the daily practice/results of a prospective cohort study]. Arzneimittelforschung. 2006;56(3):249-57.

3 Appelmelk BJ, Su D, Verweij-van vught AM, Thijs BG, Maclaren DM. Polymyxin B-horseradish peroxidase conjugates as tools in endotoxin research. Anal Biochem. 1992;207(2):311-6.

4 Marzocco S, Calabrone L, Adesso S, et al. Anti-inflammatory activity of horseradish (Armoracia rusticana) root extracts in LPS-stimulated macrophages. Food Funct. 2015;6(12):3778-88.

5 Grant SS, Hung DT. Persistent bacterial infections, antibiotic tolerance, and the oxidative stress response. Virulence. 2013;4(4):273-83.